Ein Ryokan ist ein traditionelles japanisches Gasthaus. Du schläfst in einem Zimmer mit Tatami-Matten, bekommst Abendessen und Frühstück im Haus und badest oft in einem Onsen, einem Bad mit Wasser aus einer heißen Quelle. Das Wort bedeutet laut der japanischen Tourismusbehörde JNTO „Reisehaus“; die Tradition reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück, als Pilger und Händler unterwegs Unterkunft brauchten.
Ryokan, Hotel oder Minshuku
Ein Hotel verkauft dir ein Bett, ein Ryokan einen Abend. Du kommst am Nachmittag an, badest, isst ein mehrgängiges Menü und schläfst auf einem Futon, den das Personal ausgelegt hat, während du beim Essen warst. Ein Minshuku ist die einfache, familiäre Variante, oft mit geteilten Bädern und schlichterem Essen.
Dazwischen gibt es Häuser, die sich Hotel nennen, aber wie ein Ryokan arbeiten: Tatami, Kaiseki (ein mehrgängiges japanisches Menü, das sich nach der Jahreszeit richtet) und Onsen. Auf japanstays stehen sie mit dem Hinweis „Hotel im Ryokan-Stil“, etwa Hatsuhana in Hakone oder das Oike Hotel am Kawaguchiko.
Was zu einer Nacht dazugehört
- Tatami: Die Matten betrittst du nur in Socken. Straßenschuhe bleiben am Eingang, dort stehen Pantoffeln bereit. JNTO rät, Rollkoffer nicht über Tatami oder Holzböden zu ziehen.
- Yukata: Jeder Gast bekommt einen leichten Baumwollkimono, den man im ganzen Haus und auch nachts trägt. Die linke Seite liegt über der rechten, bei Männern und Frauen gleich.
- Abendessen: meist gegen 18 oder 19 Uhr, im Zimmer oder in einem eigenen Raum, oft als Kaiseki in vielen kleinen Schalen. Wer es gebucht hat, kann es laut JNTO nicht mehr abbestellen.
- Futon: Nach dem Essen wird das Zimmer zum Schlafzimmer.
- Frühstück: ebenfalls im Haus, bei Shuhokaku Kogetsu am Kawaguchiko zum Beispiel als Buffet.
Bad: öffentlich, gemietet oder am Zimmer
Viele Ryokans haben ein großes Gemeinschaftsbad, nach Männern und Frauen getrennt. Dazu kommen oft Mietbäder (kashikiri), die du für 40 bis 60 Minuten allein oder mit deiner Begleitung nutzt, und Zimmer mit eigenem Bad. Ob in das Zimmerbad echtes Quellwasser läuft, steht selten im Buchungsportal; auf japanstays steht es je Haus mit Quelle. Bei Kozantei Ubuya am Kawaguchiko zum Beispiel haben einige Zimmer ein Freiluftbad, das Onsen-Wasser fließt laut Haus aber nur in die großen Bäder.
Was eine Nacht kostet
JNTO nennt meist 8.000 bis 20.000 Yen pro Person und Nacht, angegeben fast immer pro Person. Häuser mit eigenem Bad am Zimmer liegen oft deutlich darüber. Vor Ort kommen kleine Steuern dazu: In Hakone zahlst du 150 Yen Badesteuer pro Person und Nacht, Kinder unter 12 Jahren sind befreit. In Fujikawaguchiko sind es 150 Yen Badesteuer; ab dem 1. April 2027 plant die Gemeinde zusätzlich 200 Yen Unterkunftsteuer pro Person und Nacht.
Richtig buchen
Achte beim Buchen auf drei Dinge. Erstens den Tarif: „mit Halbpension“ oder „Abendessen und Frühstück“ ist der klassische Ryokan-Aufenthalt. Zweitens den Zimmertyp: Ein eigenes Bad oder der Fuji-Blick gelten oft nur für bestimmte Zimmer. Drittens die Anreisezeit: Viele Häuser holen dich nur zu festen Zeiten am Bahnhof ab, und das Abendessen wartet nicht.
Wenn du dir unsicher bist, wo du hinwillst: In Hakone ist die Auswahl an Häusern mit Bad am Zimmer groß, an den Fuji-Seen steht der Fuji direkt gegenüber.


